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Förderverein Orgelforschung e. V.

 

Verstehen durch Erforschen

Der Förderverein Orgelforschung wurde am 11.6.1994 in Stuttgart als gemeinnütziger Verein gegründet. Er hat sich zur Aufgabe gesetzt, das Kulturinstrument Orgel zu erforschen und seine musikalische Qualität zu verbessern.

Zunge
Dazu will er die wissenschaftliche Untersuchung technischer und akustischer Phänomene aus der Praxis des Orgelbaus und deren Veröffentlichung organisieren und finanziell unterstützen. Ferner sind Vorträge, Seminare, Fortbildungskurse und Fachdiskussionen zum Spannungsfeld „Orgelbau zwischen Tradition und Hightech“ geplant.
Luftblatt
Zu den zur Zeit etwa 60 Mitgliedern (Stand 2000) zählen vorwiegend Orgelbaufirmen und Orgelbauer sowie auch etliche Orgelsachverständige, Organisten und interessierte Laien.

 

Wie wird geforscht

Das Ehepaar Angster/Miklós hat in den ca. 18 Jahren seiner Forschungstätigkeit zahlreiche Grundlagen und Messverfahren entwickelt, mit denen sie Probleme des Orgelbaus praxisgerecht erforschen können.
Angster
Ein wichtiges Mittel zur Analyse der Intonation ist z.B. ein von ihnen entwickeltes Programm, dass die Obertöne des Ein- und Ausschwingvorgangs von Labialpfeifen in Scheibendiagrammen darstellt.
Diagram
Dadurch ist eine genaue Analyse von Intonationsparametern, Bauformen und Materialen und deren Dokumentation möglich.
Messaufbau
Für die Erforschung des Luftblattes wendeten die Wissenschaftler in Zusammenarbeit mit der FHO Emden ein Verfahren an, bei dem die Luftströmung im Labiumbereich berührungslos nach Geschwindigkeit und Richtung vermessen werden kann.
Geschwindigkeitsprofil
Zusätzlich wird das Luftblatt sichtbar gemacht (Abb. 1), um es kontinuierlich zu beobachten. So ist es z.B. möglich, den Einfluss von Kernstichen und anderen Veränderungen der Kernspalte auszuwerten.
Luftblatt
Umfangreiche Messmethoden für die Analyse von Wandschwingungen bei Metall– und Holzpfeifen werden von der Physikalisch-Technische Bundesanstalt Braunschweig und der FHO Emden angewendet.
Wandschwingung
Zusammen mit den akustischen Analyseverfahren von Angster/Miklós kann damit z.B. der Einfluss auf den Klang ausgewertet werden.
Spektralanalyse
Damit diese Forschungstätigkeit weitergeführt werden kann, sind alle Orgelinteressierten aufgerufen, den Förderverein Orgelforschung FOF durch Ihren Beitritt oder durch Spenden zu unterstützen.
Labororgel

 

Direkter Draht zur Forschung

Der FOF steht in enger Verbindung zu Wissenschaftlern des Fraunhofer Instituts für Bauphysik in Stuttgart. Frau Dr. Judit Angster forscht dort mit ihren Kollegen seit vielen Jahren umfassend zum Thema Orgel. Neuigkeiten aus diesem Gebiet werden durch Vorträge auf Mitgliederversammlungen und durch Verschicken von Forschungsberichten u.ä. an die Mitglieder auf direktem Wege weitergegeben. Durch Befragungen bestimmen die Mitglieder, welche Phänomene und Probleme der Praxis als nächstes behandelt werden sollen. Zur Zeit steht die Erforschung des Einflusses von Druckschwankungen durch das Windsystem auf Zungenstimmen im Vordergrund.